...und die Geschichte
Boten hat es schon lange gegeben, denken wir nur einmal an den Marathonlauf in Griechenland. Auch die Päpste oder andere Herrscher oder Geschlechter wie die Medici verfügten über einen Botenstamm. Die Geschichte der Postillione beginnt jedoch erst, als ein Netzwerk aufgebaut wurde. Der Ursprung geht zurück in die Zeit von Franz von Taxis im 14. Jahrhundert. Die Laufzeiten der Sendungen waren lang, für besondere Depeschen wurden Kuriere oder Postreiter entsandt. Selbst im späteren Preussen waren Postreiter, die mit einem Kavalleriehorn ausgerüstet waren, noch eine zuverlässige und schnelle Kommunikationsmethode – von den Brieftauben einmal abgesehen.
Wie war die Entwicklung der Hörner? Bereits flämische Bäcker gaben per Horn bekannt, dass das Brot aus dem Backofen verkauft werden konnte. Auch Jäger und Hirten verständigten sich mit Hörnern aus Holz, Birkenrinde oder Naturhörnern von Rindern.
Eine der bekanntesten Abbildungen des Posthornes ist auch eine der ältesten : Die Verkündung des westfälischen Friedens zu Münster nach dem verheerenden 30jährigen Krieg durch den Postreiter in alle Welt, wie auf dem Holzschnitt zu erkennen ist - mit einem mehrwindigen Posthorn. Als später für die Personen- und Güterbeförderung auch Kutschen eingesetzt wurden, diente das Posthorn dazu, den Pferdewechsel und die Ankunft der Postkutsche vorzubereiten. Die Postsignale waren im noch nicht geeinten Altdeutschland uneinheitlich. Wir kennen aus den Archiven der Museen u.a. Postsignale aus Schweden, Dänemark, Hamburg-Lübeck, Lüneburg, Braunschweig, Hannover, Sachsen, Mecklenburg, Österreich, Ungarn, Württemberg, der Schweiz und Großbritannien, um nur die bekanntesten zu nennen. Die Pflege dieses historischen Liedgutes, in dem sich auch wunderschöne alte deutsche Volkslieder wiederfinden, ist eines unserer vordringlichsten Anliegen.